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Comboverstärker

Als Comboverstärker bezeichnet man einen Verstärker, welcher die komplette Elektronik (Vorverstärker und Endstufe) sowie den/die Lautsprecher in einem Gehäuse vereint. Die Leistung variiert hier zwischen ca. 5 Watt bis 120 Watt, bei Bassverstärkern können es auch schonmal 200 Watt oder mehr sein. Combos waren die ersten elektrisch betriebenen Verstärker für Musikinstrumente.

Die Bauform wurde in den USA entwickelt und existiert seit Ende der 1920er-Jahre. Der erste in Serie hergestellte Combo-Verstärker war der im Jahr 1928 auf den Markt gebrachte Tone Amplifier, entwickelt für den Musikinstrumenten-Hersteller Stromberg-Voisinet (später umbenannt in Kay Guitars) in Chicago. Dieser Combo mit Radiolautsprecher wurde in Kombination mit einem Kontakt-Tonabnehmer verwendet, der auf der Decke einer Akustikgitarre oder am Steg eines Banjos befestigt werden konnte.

Anfang der 1930er-Jahre begannen auch andere Firmen mit der serienmäßigen Produktion von Instrumentenverstärkern.


Anfang der 1930er-Jahre begannen auch andere Firmen mit der serienmäßigen Produktion von Instrumentenverstärkern.Zu den ersten Anbietern von Combos zählen die US-Musikinstrumenten-Hersteller Rickenbacker (ab 1932), National Guitars, Dobro und Gibson (ab 1935). In der Regel wurden diese Kofferverstärker im Set zusammen mit einer Gitarre angeboten. Ein Beispiel ist die Lap-Steel-Gitarre Rickenbacker Frying Pan, die im Jahr 1933 mit Verstärker 175 US-Dollar kostete. Drei Jahre später brachte die Firma Gibson ihr erstes „spanisches“ E-Gitarrenmodell, die Archtop-Gitarre Gibson ES-150 zusammen mit Gitarrenverstärker für 150 US-$ auf den Markt. Das Gerät leistete 15 Watt, hatte einen 10-Zoll-Lautsprecher und wurde von Gibson als „High Fidelity Ultrasonic Reproducer“ beworben.

Die Schaltungen der Verstärkereinheit in den ersten Combo-Verstärkern entsprach denen von Röhrenradios, jedoch ohne deren Hochfrequenzteil. Alle diese Geräte hatten nur wenige Watt Ausgangsleistung.Für etwa 35 Jahre seit ihrer Erfindung waren Combos das einzige verfügbare Format für Instrumentenverstärker.[Seitdem hat sich die Combo-Bauweise als weit verbreiteter Typ der Gitarrenverstärker etabliert.

Combos sind relativ klein und leicht transportabel und werden gerne für Clubgigs und Studioarbeit benutzt, auch im Heimstudio oder Proberaum sind sie überall anzutreffen.

Aufbau eines Comboverstärkers

Im Combo-Gehäuse integriert ist eine Kombination aus Vorverstärker und Verstärker-Endstufe sowie mindestens einem Lautsprecher. Der Zweck der kompakten Bauweise ist häufig die Verbesserung der Transportfähigkeit durch niedrigeres Gewicht und geringere Ausmaße als bei mehrteiligen Geräten in Stapelbauweise (englisch: Stack). 

Viele Combo-Verstärker haben für den einfachen Transport einen an der Gehäuse-Oberseite angebrachten Tragegriff – daher die Bezeichnung Kofferverstärker. Mit zunehmenden Ansprüchen an Leistung und Belastbarkeit der Geräte wurden in späteren Jahrzehnten jedoch auch Combos entwickelt, die durch ihre Ausstattung mit mehreren größeren Lautsprechern und/oder mit besonders stabiler Gehäusekonstruktion solch ein hohes Gewicht haben, dass die kompakte Bauweise ihre Vorteile einbüßt.In Einzelfällen können Combo-Verstärker so ein Gewicht von über 40 kg erreichen. 

Eine wichtige Rolle bei der Klangformung von Combo-Verstärkung spielt die Gehäuserückseite. Geräte mit geschlossener Rückseite strahlen den Schalldruck der Lautsprecher konzentrierter nach vorne ab, und die tiefen Frequenzen des Klangs werden stärker betont, wogegen bei Combos mit offener oder halboffener Rückseite der Schalldruck auch nach hinten abgestrahlt wird, was einen räumlicher wirkenden und höhenreicheren Klang erzeugt.


Offene und halboffene Bauweise gehen auf die Frühzeit von Combos in den 1930er- bis 1950er-Jahren zurück, als viele Musiker (besonders Gitarristen, zum Beispiel in Big-Bands) bei Bühnenauftritten hinter ihrem Comboverstärker saßen. Die offene Gehäuserückseite hatte den Zweck, dass sie ihr eigenes Spiel auf dem Instrument besser hören konnten.[Ein nach hinten offenes Combo-Gehäuse bietet außerdem beim Transport des Geräts etwas zusätzlichen Stauraum für dessen Stromkabel sowie für kleinteiliges Instrumentenzubehör und ähnliches. Einer der bedeutendsten Hersteller von Combo-Verstärkern mit halboffener Rückwand ist die US-amerikanische Firma Fender. Die Lautsprecher in Combos sind in den meisten Geräten Hochleistungs-Tieftöner mit einem Durchmesser von etwa 25 cm (10 Zoll) oder 30 cm (12 Zoll) und mit hart aufgehängter Membran.

Die Kombination aus Vorverstärker und Endstufe in Combos wird in verschiedenen Ausführungen hergestellt. Die älteste und bis in die 1960er-Jahre am weitesten verbreitete Ausführung ist die Röhrenbauweise. Diese Combo-Bauform kann gegenüber Geräten in mehrteiliger Stack-Form den Nachteil haben, dass freiliegende Elektronenröhren unmittelbar den durch den Schall der Lautsprecher erzeugten Vibrationen ausgesetzt sind. Die Lebensdauer der gegen Erschütterungen empfindlichen Röhren kann dadurch verkürzt werden. Seit etwa Mitte der 1960er-Jahre werden Combos auch in Transistorbauweise hergestellt, später auch in Hybridbauweise (Verstärker-Vorstufe mit Röhren, Endstufe mit Transistoren).Moderne digitale Modelling Combo-Verstärker sind dazu in der Lage, den Klang mehrerer anderer Modelle nachzubilden, selbst diese arbeiten jedoch noch z.T. mit Röhrentechnik um die etwas sterile Kälte des Modellings erträglicher zu machen.

Technik

Die Steuerung von Klang und Lautstärke der Geräte erfolgt gewöhnlich durch mehrere Drehregler (Potentiometer) an der Verstärkereinheit. Die Drehknöpfe der Potentiometer sind auf der Oberseite oder an der Vorderseite des Combos in einem Bedienfeld gruppiert, das mit den Funktionen der Drehregler beschriftet ist.Je nach Größe und Ausstattung des Verstärkers sind dies Regler für Eingangsempfindlichkeit und Lautstärke, ein- oder mehrbandige Klangregler zur Frequenzbearbeitung (Equalizer) sowie gegebenenfalls Regler für integrierte Klangeffekte wie Hall, Echo und andere. Als Steckverbinder für anzuschließende Instrumente werden üblicherweise Buchsen für 6,35 mm-Klinkenstecker verwendet. Viele Combo-Verstärker verfügen zusätzlich über die Möglichkeit, das Audiosignal über Kabel an externe Lautsprecherboxen und/oder an ein Audio-Mischpult weiterzuleiten. Manche Combo-Verstärker besitzen auch einen (frequenzkorrigierten)Recordingausgang, welcher den Klang des Lautsprechers nachbilden soll, allerdings hat mich bisher noch keiner dieser Recordingouts vom Hocker gehauen.

Die Verstärkerkomponente der meisten Combos wird über ein integriertes Netzteil mit Netzstrom betrieben, es gibt jedoch auch kleine Modelle, die mit einem externen Netzteil und alternativ dazu mit Batterien betrieben werden können – zum Beispiel um sie bei Straßenmusik und ähnlichem im Freien einzusetzen.


Die kleinsten Combo-Modelle, deren Vorderseite ungefähr die Größe einer DIN-A6-Postkarte hat, können meist ausschließlich mit Batterien betrieben werden und sind bestenfalls zum relativ leisen Üben auf dem Musikinstrument geeignet.

Die Anforderungen und Ansprüche an die Nennleistung von Combo-Verstärkern unterscheiden sich nach deren Einsatzzweck – Größe des zu beschallenden Raumes, Anzahl der Zuhörer, gewünschte Lautstärke, Musikstil. Das Angebot auf dem Markt reicht von Kleinstgeräten mit wenigen Watt Leistung – für das Üben auf einem Musikinstrument und für den Heimgebrauch – über mittelgroße Geräte mittlerer Leistung, die zum Beispiel für das Audio-Monitoring in Tonstudios und bei Live-Vorführungen geeignet sind, bis hin zu leistungsstarken Modellen, die für die Beschallung größerer Räumlichkeiten geeignet sein können.

Für eine qualitativ ausreichende Beschallung von sehr großen Räumen und Menschenmengen sind Combo-Verstärker kaum geeignet; hier werden die Combo-Lautsprecher meist mikrofoniert, und das Audiosignal wird über eine wesentlich größere Beschallungsanlage (Public Address/P.A.) an das Publikum gerichtet. Die Empfehlungen und Ansichten hinsichtlich der benötigten Leistungsreserven von Combo-Verstärkern in verschiedenen Situationen variieren stark nach individuellen Erfahrungswerten und Bedürfnissen. Wesentlich mehr Power benötigen jedoch Basscombos, die meistens mit 15 Zoll Speakern bestückt sind, die Verstärkung von tiefen Frequenzen erfordert ja generell mehr Leistung im Vergleich zur gefühlten Lautheit.

Topteil mit Box

Als Topteil oder auch Head bezeichnet man einen Verstärker, der wirklich nur die Verstärkerelektronik enthält, also Vor und Endstuf, jedoch keine Lautsprecher. Der Name resultiert daraus, das der Verstärker auf der Box steht als Top oder eben Head. Erste Vertreter dieser Gattung entstanden in den 60er Jahren und stammten von Vox und Marshall. Marshall galt sehr lange als synonym für DEN Gitarrenverstärker, wer kennst sie nicht..die mannshohen Verstärkertürme die den Boden zum Beben bringen können.

Sie entstanden aus der Notwendigkeit immer lautere Verstärker zu haben, in den späten 60ern und 70ern gab es ja wahre Materialschlachten, jede Band wollte mehr Verstärker und boxen auf der Bühne haben als die Andere.Meistens werden Topteile mit 1 oder 2 Boxen gefahren, welche meistens 4 12" Lautsprecher enthalten. Dies sind bis zu 8 mal mehr Lautsprecher als bei einem kleinen Combo. Bedingt durch die enorme Gesamtfläche der Lautsprecher und den geschlossenen Rückwänden produzieren diese Boxen einen enormen Schalldruck.Die zugehörigen Boxen sind aus bis zu 25mm dirckem Schichtholx gebaut welches an den Ecken verzahnt und verleimt ist die notwendige Festigkeit zu erreichen.


Die Topteile hatten üblicherweise 50-100 Watt Röhrenpower und zunächst kein Mastervolume wodurch man eine enorme Lautstärke fahren musste um den so beliebten Distortion Sound zu bekommen. Zwischenzeitlich sind Mastervolume und sogar Powerscaling fast schon Standard, so ist es auch möglich bei erträglichen Lautstärken den Distortion Sound zu erhalten, selbst bei Zimmerlautstärke kann heute die Endstufe in Sättigung gefahren werden. Auch die Leistung der Topteile ist breiter gefächert, es gibt sie schon ab 5 Watt bis hin zu 500 Watt.

Diese Top-Boxen Kombinationen sind natürlich alles andere als leicht zu transportieren, bieten jedoch einige Vorteile gegenüber den Combos. Zunächst ist die Elektronik bzw. Röhren nicht direkt in der Box und so nicht so starken Vibrationen ausgesetzt. Zum anderen kann man natürlich jede beliebige Box anschliessen und so den Sound sehr flexibel gestalten. Meist besitzen Topteile auch mehr getrennte Kanäle und somit mehr abrufbare Sounds, was sich allerdings im Zeitalter des Modellings wieder relativiert.

Auch sind die Zeiten, in denen sich jede Band mit Wänden aus Verstärkertürmen umgibt (zum Glück) vorbei. Jedoch wird es Topteile immer geben und sie haben auch ihre Berechtigung


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